Das Terrarium
Das Terrarium - nur ein Möbelstück oder doch eher eine funktionelle Kleinraumwohnung für den bunten Gast?
Diese Frage sollten sich so manch einer stellen, der mit diesem Hobby beginnt. Es ist verständlich, dass man keine hässliche Holzkiste in sein Wohnzimmer stellen möchte - schließlich gehört dieses ja auch irgendwo zur Einrichtung. Im Hinterkopf sollte man aber behalten, dass Funktion und Tier vor der Optik stehen. Hier kann man aber gute Kompromisse eingehen und einen für das Tier angemessenen Wohnraum schaffen, der sich optisch auch gut in die Wohnung integrieren lässt. In der Regel nimmt man für die Pantherchamäleons OSB-Terrarien her, da Glasterrarien in der geforderten Größe schwer zu bekommen sind und auch viel zu wenig Lüftungsflächen aufweisen. OSB hat den Vorteil, dass es günstiger als Glas ist, eine deutlich bessere Wärmedämmung aufweist und man von der Gesaltung (Winkel, Form, Größe) sowie der Anzahl und Größe der Lüftungsflächen viel Flexibler ist!
Verhalten der Tiere
Da Chamäleons Einzelgänger sind und ein sehr aggressives Revierverhalten aufweisen, müssen diese einzeln gehalten werden, um Stress und Verletzungen aufgrund von ständigen Revierkämpfen zu vermeiden. Möchte man sich ein Pärchen anschaffen, so muss man hier eindeutig auf zwei Terrarien setzen.
Größe des Terrariums
Bei den Maßen für ein Chamäleonterrarium gibt es eine Faustregel, in der man die Länge des Tieres als Indikator ansetzt:
Körperlänge des Tieres in CM x (Breite 4) (Tiefe 2,5) (Höhe 4)
Im groben kann man jedoch sagen, dass man für einen Chamäleonbock ein Terrarium mit den Mindestmaßen von ca (LxTxH) 100x60x100cm ansetzen sollte. Für ein Weibchen kalkuliert man ein kleineres Mindestmaß, da diese ein Stück kleiner werden als die Männchen. Für ein Weibchen nimmt man als Mindestmaß (LxTxH) 80x60x100cm. Größer ist besser und für die Tiere erträglicher, denn Mindestmaß heißt nicht Optimalmaß! Ich halte meine Tiere übrigens in gleich großen OSB-Terrarien mit den Maßen (LxTxH) 120x70x140. So ist genügend Raum zum Klettern vorhanden und die Tiere haben schön Platz. Hier sollte man nicht sparen, da die Tiere das ganze Leben darin verbringen! Jedem von uns ist klar, dass es sich in einer 100m²-Wohnung schöner als einer mit 50m² leben lässt, oder?
Technik und Bodengrund
Die Technik für das Terrarium (UV-Lampe, Wärmelampe, Pflanzen-/Tageslicht, Nachtbeleuchtung) sollten generell ausserhalb des Terrariums montiert sein, damit sich die Tiere nicht verbrennen, oder Schäden an den Augen durch die extreme Helligkeit entsteht! Sofern eine Montage im Terrarium nicht umgänglich ist, MUSS das Tier vor der Technik geschützt werden. (Gitter, keine Ansätze zum hinklettern etc)
Der Bodengrund wird wie die Punkte Einrichtung, Beleuchtung, Wärmedämmung und Bepflanzung in den entsprechenden Unterkategorien erläutert.
Freiraumhaltung
Es ist übrigens auch möglich, die Tiere in freier Haltung im Raum zu pflegen. Hiervon rate ich jedoch ab, da viele Faktoren wie z.B. Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Absperrung, fliehende Futtertiere, Bepflanzung usw entsprechend angepasst werden müssen, was sich teilweise sehr schwierig gestaltet. Daher gehe ich hier auf diesen Punkt nicht weiter ein.
Standort des Terrariums
In Sachen Standort sollte man darauf achten, dass die Sonne nicht stundenlang in das Terrarium scheinen kann, da sich das Terrarium hier zur überhitzten Todesfalle entwickeln kann. Selbes gilt für den Standort neben einem Kachelofen im Winter. Der Platz sollte neutral gewählt werden, so dass sich Licht und Temperatur im Terrarium unabhängig von der Umgebung anpassen lassen. Achten Sie auch darauf, dass andere Tiere wie Katzen oder Hunde keine Möglichkeit haben, in das Terrarium zu gelangen, da dies die Sicherheit des Tieres massiv beeinträchtigen würde! Ebenso sollte die Technik für diese nicht erreichbar sein.
Belüftung des Terrariums
Abschließend möchte ich noch auf die Belüftung eingehen. Diese ist sehr wichtig, da Stauhitze dem Tier nicht gut tut und zudem noch den Wuchs von Bakterien und Krankheiten fördern kann. Auch ist bei mangelnder Belüftung Schimmelbildung ein Thema! Daher sollte das Terrarium oben zu 50-75% mit einem Gazegitter überzogen sein, durch die die Luft zirkulieren kann. Auch sollten unten oder an den Seiten oder vorne knapp über dem Boden entsprechende Gazegitter vorhanden sein, damit die Luft von unten nach oben schön zirkulieren kann. Sofern man Ventilatoren (CPU-Lüfter aus der Computerecke) einsetzt, sollten diese aussen montiert sein und nicht zuviel Luftverwirbelung erzeugen, da sich das Chamäleon sonst einen Zug holen und erkranken könnte. Diese sind eh nur bei sehr hohen Terrarien nötig. Wenn man ausreichende Belüftungsflächen im/am Terrarium hat, kann man ganz auf diese verzichten!






